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Mitarbeit von Tieren in Psychotherapie, Beratung und Coaching

Ausbildung
Tiergestützte Veränderungsarbeit

mit Schwerpunkt Hund

Das Seminar baut auf dem Buch Tiergestützte Veränderungsarbeit (Carl-Auer Verlag, Reihe Reden reicht nicht!?). Das Werk verbindet Resonanztheorie, Hypnosystemik und das Konzept der Gegenwartsmomente zu einem integrativen und praxisnahen Modell, das Klient:in, Tier und Fachkraft als gemeinsamen Erfahrungsraum begreift – einen Raum, in dem Veränderung durch verkörperte Resonanz und Selbstwirksamkeit entsteht. Tiere werden dabei konsequent als eigenständige, würdevolle Subjekte verstanden, nicht als therapeutische Werkzeuge. Das Buch bildet die konzeptionelle Grundlage des Seminars und wird als Lektürebegleitung empfohlen.


Was wäre, wenn der wirksamste therapeutische Impuls in einer Sitzung manchmal nicht von Ihnen kommt – sondern von Ihrem Hund?

Hunde berühren uns auf einer Ebene, die Worte allein selten erreichen. Sie kommunizieren nonverbal, reagieren unvoreingenommen auf das, was wirklich im Raum ist, und bieten eine Form von Resonanz, die als Therapie des limbischen Systems bezeichnet werden kann. Genau diese Qualität nutzbar zu machen – methodisch durchdacht, ethisch verantwortet und für Ihre Klient:innen wirksam – ist das Ziel dieses Seminars.


Was Sie in diesem Seminar erwartet

Über drei Wochenenden verbinden wir theoretisches Fundament mit intensiver Praxis. Sie erarbeiten sich die neurobiologischen und bindungstheoretischen Grundlagen tiergestützter Arbeit, verstehen, warum Hunde im therapeutischen Kontext wirken – und nicht nur angenehm sind – und lernen, die Interaktion in der Triade gezielt zu lesen, zu begleiten und therapeutisch zu übersetzen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem, was man das dritte Auge“ nennt: die Fähigkeit, die feinen Reaktionen des Hundes als diagnostische Information und therapeutischen Spiegel zu nutzen. Wenn der Hund aufsteht, sich nähert, sich zurückzieht oder den Blick abwendet, erzählt er oft mehr über den inneren Zustand des Klienten als jede verbale Schilderung.

Sie üben konkrete Interventionen: Symbolarbeit, Nähe-Distanz-Regulierung, das Erzeugen von Mismatch-Momenten, das Arbeiten mit dem Tier als Übergangsobjekt oder sicherer Bindungsfigur. Und Sie reflektieren, was es für Ihre eigene Haltung bedeutet, wenn der Hund Nein sagen darf – und dieses Nein therapeutisch genutzt werden kann.


Für wen ist die Weiterbildung gedacht?

Das Seminar richtet sich an Psychotherapeut:innen, Berater:innen und Coaches, die einen eigenen Hund in ihre Praxis einbinden möchten oder bereits erste Schritte in dieser Richtung gehen. Sie bringen Ihre therapeutische oder beraterische Grundausbildung mit; das Seminar baut darauf auf und erschließt Ihnen eine neue Dimension des Arbeitens – nonverbal, erlebnisorientiert, hypnosystemisch informiert und tief im Kontakt.

Vorausgesetzt werden keine spezifischen Vorkenntnisse in tiergestützten Interventionen, wohl aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage: Welche Rolle soll mein Hund in meiner Praxis spielen – und was braucht er dafür?


Fortbildungspunkte

Für den gesamten Kurs werden Fortbildungspunkte gemäß den Regelungen der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt. Wir gehen davon aus, dass Sie 50 Fortbildungspunkte erhalten werden, aufgeteilt auf die 3 Präsenz-Wochenenden und die zwei Online-Supervisionen. Sie erhalten eine entsprechende Bescheinigung, die Sie im Anschluss selbstständig bei Ihrer Psychotherapeuten- oder Ärztekammer einreichen.


Kosten

Kursgebühr: 2.100 €
Die Kursgebühr enthält nicht die Kosten für Verpflegung und Übernachtung.

Kursort

Das Seminar findet im Kurhaus Zum Alde Gott in Sasbachwalden statt – einem der schönsten Dörfer im Schwarzwald. Das malerische Blumen- und Weindorf liegt eingebettet zwischen Weinbergen, Kastanienwäldern und dem Schwarzwald-Nationalpark, nur rund 20 km von Baden-Baden entfernt. Das Kurhaus bietet großzügige, helle Seminarräume mit Panoramaterrasse und ausreichend Außenfläche für die praktischen Einheiten mit den Hunden.
Talstraße 51 · 77887 Sasbachwalden


Voraussetzungen zur Teilnahme

Mensch

  • Abgeschlossene Ausbildung in Psychotherapie, Beratung oder Coaching
  • Eigener Hund (Teilnahme ohne eigenen Hund nach Absprache möglich.

Hund
Der Hund ist im Seminar gleichberechtigter Mitarbeitender – nicht Werkzeug, sondern Subjekt. Damit die gemeinsame Arbeit für alle Beteiligten sicher und bereichernd ist, sollte er folgende Grundvoraussetzungen mitbringen:

  • Sozialverträglichkeit gegenüber Menschen und anderen Hunden
  • Grundlegende Gehorsamkeit und Leinenführigkeit
  • Keine ausgeprägten Angst- oder Stressreaktionen in unbekannten Umgebungen
  • Freude am Kontakt mit Menschen und Interesse an Interaktion
  • Körperliche Gesundheit und aktueller Impfschut

Ob ein Hund für die tiergestützte Veränderungsarbeit geeignet ist, lässt sich nicht allein an Rasse oder Ausbildungsstand festmachen – entscheidend ist seine individuelle Persönlichkeit und Selbstwirksamkeit: Er soll aus eigenem Antrieb Kontakt anbieten, Nähe genießen und gleichzeitig klar kommunizieren können, wenn ihm etwas zu viel wird. Dieses Nein-sagen-Dürfen“ ist im Seminar ausdrücklich erwünscht und wird therapeutisch genutzt.

Bei Unsicherheit, ob der eigene Hund geeignet ist, empfehlen wir ein kurzes Vorgespräch mit der Seminarleitung vor der Anmeldung.

Grundsätzlich ist es sehr sinnvoll, wenn Ihr Hund am Seminar teilnimmt. So haben wir die Möglichkeit, ihn kennenzulernen und Ihnen gezieltere Hinweise für die Zusammenarbeit in der therapeutischen Praxis zu geben.
Dies ist jedoch nur möglich, wenn Ihr Hund während der Vortragszeiten ruhig im Seminarraum bleiben kann, auch wenn andere Hunde (Rüden und Hündinnen) anwesend sind, oder alternativ währenddessen im Zimmer, im Auto oder bei einer Begleitperson untergebracht werden kann.


Seminarleitung

Dr. Rainer Wohlfarth
Psychologischer Psychotherapeut, Autor
Psychologischer Psychotherapeut und langjähriger Pionier der tiergestützten Arbeit im deutschsprachigen Raum. Er arbeitet in eigener Praxis tiergestützt mit Hund, ist Mitgründer von Animotion – Institut für tiergestützte Interventionen – und Vizepräsident der International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT).

Bettina Mutschler
Spezialistin für tiergestützte Therapie, systemische Beraterin & Coach
Als Referentin im Bereich tiergestützte Therapie und bindungsgeleitete Hundeerziehung sowie als Ausbilderin von Therapiebegleithunde-Teams gehört sie zu den profiliertesten Praktikerinnen des Feldes im deutschsprachigen Raum.
Mitgründerin von Animotion – Institut für tiergestützte Interventionen. Sie setzt Hund und Esel in ihrer täglichen Arbeit mit Klient:innen ein.

Ansprechpartnerin bei Fragen

Bettina Mutschler
Mail: bettina@wohlfarth-mutschler.de

Phone: 0160-7717554

Weitere Informationen zum Seminar

Hier können Sie unsere Informationsbroschüre herunterlagen. In dieser finden Sie alle Informationen zum Ablauf und den genauen Inhalten des Seminars sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Anmeldung

Hier finden Sie den Anmeldebogen.